3. Kölner Bücherfest: Eine Nachlese

 

 

Das 3. Kölner Bücherfest am 21. August 2022 hatte es in sich:

überaus vielfältig, lebendig und interessant präsentierte es Lesungen mit Sven Felix Kellerhof, Lisa Engels und Inke Hummel, Husch Josten und Norbert Scheuer sowie Thomas Henningsen. Elf inhabergeführte Kölner Buchhandlungen und die Verlage Kupido, Eichborn und Böhlau ergänzten mit ihren Sortimenten die Lesungen für Groß und Klein optimal und boten ein abwechslungsreiches Programm für jedes Interesse.

Eine Ausstellung mit Plakatkunst der Ukraine rundete den Tag visuell nachdenklich ab.

Das familiäre Fest in der Kölner Südstadt hat mit der dritten Runde schon eine kleine Tradition geschaffen – wir sind glücklich, den vielen Besuchern einen anregenden Mix aus Sachbuch, Kinderbuch, Romanen und einem phantastischen Bildband mit der Möglichkeit zu Austausch und Gesprächen geboten zu haben!

 

Hier gelangen Sie zum Bericht von Martin Oehlen auf dem Blog Bücheratlas über das 3. Kölner Bücherfest!

3. Kölner Bücherfest am 21.08.2022

Am 21.08.2022 findet das 3. Kölner Bücherfest statt.

Wie auch in den letzten Jahren steht die Begegnung mit dem Buch im Vordergrund. In den geräumigen Hallen der Michael Horbach Stiftung zeigen Kölner Buchhandlungen ihre vielfältigen Sortimente und laden zum Stöbern und Entdecken ein. Kölner Verlage runden das Ausstellungsprogramm ab und abwechslungsreiche Lesungen bieten Wissenswertes, Literarisches und Unterhaltsames für Groß und Klein.

  • Literarische Buchhandlungen aus Köln zeigen spannende Ausschnitte aus ihren Sortimenten und Programmen: Buchhandlung Goltsteinstrasse, Der andere Buchladen, Ubierring; Buchhandlung Baudach, Buchhandlung Bittner, Agnes Buchhandlung, Buchhandlung Kaiser, Klinski. Buchhandlung in Braunsfeld;  Buchhandlung Blücherstraße, Buchhandlung Falderstrasse, Cafe Lehmitz Photobooks
  • Die Verlage Eichborn, Kupido, Böhlau und Baumhaus präsentieren ihr Programm
  • Der Kunstsalon Köln präsentiert das Festival „Literatur in den Häusern der Stadt“
  • Lesungen und Vorträge mit Lisa Engels, Inke Hummel, Sven Felix Kellerhoff, Thomas Henningsen, Husch Josten und Norbert Scheuer
  • Buch- Papierkünstlerin Ursula Traschütz
  • Ausstellung Ukraine: Gestern & Heute
  • Die Literaturszene Köln ist Partner der Veranstaltung

Übersicht Programm und Teilnehmer 2022

Termin: 21.08.2022

11 – 18 Uhr

Ort: Kunsträume der Michael Horbach Stiftung, Wormser Str. 23, 50677 Köln

Eintritt frei!

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Köln.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich an Silvia Maul, Tel. 0221- 92428 231

Für Presseanfragen wenden Sie sich an die Agentur für Kulturkommunikation/ Stephanie Jancke,  
Tel. 0178-7703 856

Kölner Bücherfest: Ukraine gestern & heute

Ich war in Deutschland, als der Krieg ausbrach. Ich kann nicht nach Hause, denn ich lebe in Kyjiw, und deshalb versuche ich, hier etwas zu tun: Illustrationen für Organisationen herzustellen, Geld für ukrainische Wohltätigkeitsfonds zu sammeln, indem ich an Veranstaltungen teilnehme oder Ausstellungen in der ganzen Welt zu organisieren, um die Ukraine zu unterstützen, finanziell, durch Sichtbarkeit und durch Informationen.“ aufmerksam machen und Spenden sammeln, indem ich an Veranstaltungen teilnehme oder Ausstellungen in der ganzen Welt zu organisieren, um die Ukraine zu unterstützen, finanziell, durch Sichtbarkeit und durch Informationen.“

– so Anna Sarvira. Sie präsentiert die Ausstellung auf dem Bücherfest.  Sie ist Illustratorin,  Mitgründerin des PIC und  Art-Direktorin von “Brave Bunnies” (TV Serie, arbeitet u.a. mit Kinderbüchern und Animation.)

Die Präsentation verbindet zwei Bildzyklen: der erste bezieht sich auf das Kunstprojekt „Yellow & Blue“, das
gesellschaftliche, landschaftliche und historische Besonderheiten der Ukraine zeigt. Dem ersten Zyklus stehen illustrativ gestaltete Plakate gegenüber, die den Krieg in der Ukraine auf unterschiedlichen Ebenen thematisieren und die Zerstörung, die Flucht, den Zusammenhalt des ukrainischen Volkes verdeutlichen. Gestaltet wurde das „Kriegstagebuch“ und die Bilder zum Projekt „Yellow & Blue“ von ukrainischen Illustrator:innen, Grafiker:innen und Künstler:innen, Mitglieder des „Pictures Illustrators Clubs“ (PIC, gegr. 2014 in Kyjiw). PIC will mit qualitativ herausragender Illustrationskunst weltweit auf die Ukraine aufmerksam machen und Spenden sammeln.

Kölner Bücherfest: Norbert Scheuer

NORBERT SCHEUER (Foto: privat) wurde 1951 geboren und lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise. Er veröffentlichte den Roman „Die Sprache der Vögel“, der für den Preis der
Leipziger Buchmesse nominiert war. Sein Roman „Überm Rauschen“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war 2010 „Buch für die Stadt Köln“.

Sein neuer Roman „Wienterbienen“ ist im C.H. Beck Verlag erschienen.

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenkästen ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber. Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr bekommt, ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der
Gestapo denunziert wird.

Die Lesung findet mit musikalischer Begleitung von Rainer Berger (Flötist) statt.

 

Kölner Bücherfest: Husch Josten

HUSCH JOSTEN ( Foto: Charlotte Josten) wurde 1969 in Köln geboren. Sie studierte Geschichte und Staatsrecht in ihrer Heimatstadt und in Paris. In Köln, Paris und London schrieb sie für Tageszeitungen und Magazine. Zeitgleich entstand ihr Romandebüt „In Sachen Joseph“, das für den aspekte-Literaturpreis nominiert war. 2019 wurde Husch Josten mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet.

Ihr neuer Roman „Eine redliche Lüge“ erschien 2021 im Berlin Verlag.

Was wir sehen – und lieber nicht sehen wollen – Einen Sommer lang arbeitet Elise für das gesellige Paar
Margaux und Philippe in deren Ferienhaus in der Normandie. Fasziniert von den vielen illustren Gästen, vom Leben, Wesen und der Ehe der Leclercs, wird die junge Frau zur eindringlichen Beobachterin von Sein und Schein. Sie erlebt ein Panoptikum der menschlichen Täuschungen, begreift, dass das Streben nach Glück und die Bereitschaft zum Betrug zwei Seiten derselben Medaille sind. Eines Abends jedoch wird die Gelassenheit
dieses Sommers jäh und derart umfassend erschüttert, dass es auch Elises Leben für immer prägt.

Ein hochaktueller Gesellschaftsroman, der im Erzählen Antworten sucht auf so viele offene Fragen unserer Zeit – klug, charmant und unwiderstehlich.

 

Kölner Bücherfest: Thomas Henningsen

THOMAS HENNINGSEN (Foto: Raetzke) ist Biologe und engagiert sich seit über zehn Jahren bei Greenpeace als Kampagnenleiter für den Urwald- und Meeresschutz. Er hat viele nationale und internationale Kampagnen zum Schutz der letzten sieben großen Urwaldgebiete koordiniert und dazu beigetragen, dass im Kampf für den Erhalt der »grünen Paradiese« dieser Erde entscheidende Erfolge erzielt wurden.

Die spektakulärsten Aktionen der Umweltschutzorganisation sind in dem Bildband „GREENpeace VIEWS  – 50 Jahre GREENPEACE“ aus dem Delius Klasing Verlag zu finden.

Ihre Geschichte erinnert an David gegen Goliath: Die Greenpeace-Aktivist:innen fordern und fördern den Schutz von Natur und Mensch und scheuen dafür auch nicht vor der Auseinandersetzung mit Politikern, Großkonzernen und Umweltzerstörern zurück. Wie wegweisend ihre Aktionen wirklich sind, zeigt dieser Bildband in mitreißenden Aufnahmen. Bilder von Umweltverschmutzung und -zerstörung stehen im Kontrast zu
Aufnahmen, die die einzigartigen Kampagnen dagegen zeigen. Die großformatigen Fotografien versetzen
mitten ins Geschehen und lassen Sie hautnah bei den größten Umweltschutz-Aktionen rund um den Globus dabei sein. Ein einzigartiger Einblick in 50 Jahre Greenpeace-Geschichte!

Kölner Bücherfest: Sven Felix Kellerhoff

SVEN FELIX KELLERHOFF (Foto: Die WELT) wurde  1971 in Stuttgart geboren, studierte Zeitgeschichte, Alte Geschichte und Medienrecht. Nach verschiedenen journalistischen Stationen ist er heute Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte der WELT. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Sachbücher. 2012 erhielt er den Ehrenpreis der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Auf dem Kölner Bücherfest spricht er über sein aktuelles Buch „Anschlag auf Olympia –  was 1972 in
München wirklich geschah“
aus dem Verlag wbg Theiss.

Für seine minutiöse Darstellung der Ereignisse wertet Kellerhoff neue Quellen aus und bringt Licht in die
Geschehnisse rund um den Terroranschlag der Gruppe »Schwarzer September«. Warum existierte, trotz vorausgegangener RAF-Aktionen, nur ein ungenügendes Sicherheitskonzept? Welche Rollen spielten die Einsatzkräfte und Entscheidungsträger während des Geiseldramas und der gescheiterten Befreiungsaktion am
Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, die 17 Menschenleben forderte? Wie reagierte der israelische Geheimdienst Mossad auf das Attentat? Erschütternd detailliert schildert Kellerhof die nervenaufreibenden Stunden des
Anschlags von München 1972 und liefert neue Antworten auf die Frage nach Schuld und Versäumnissen.

Kölner Bücherfest: Inke Hummel

INKE HUMMEL (Foto: Jens Unglaube) ist Autorin, Pädagogin, Inhaberin einer Familienbegleitung und
Bloggerin. Als pädagogischer Coach unterstützt sie Familien im ersten Babyjahr, in der Kindergarten- und Grundschulzeit bis hin zur Pubertät. Besonders häufig begleitet sie Eltern mit gefühlsstarken Kindern und verhilft ihnen zu einer gelingenden Eltern-Kind-Bindung. Aus ihrer Feder stammen Familienratgeber, Kinderbücher und pädagogische Schulungsmaterialien sowie zahlreiche Blogartikel.

Inke Hummel präsentiert auf dem Kölner Bücherfest ihren Spiegel-Bestseller „Nicht zu streng, nicht zu eng“ und nimmt im Gespräch Bezug auf ihre weiteren Erziehungsratgeber aus dem humboldt Verlag.

Eltern wollen zu ihrem Kind nicht zu streng sein, es aber auch nicht zu sehr verwöhnen. Das richtige Maß
zwischen Überbehüten und Härte zu finden, ist manchmal jedoch gar nicht leicht! Inke Hummel zeigt anhand konkreter Alltagssituationen, welche elterlichen Reaktionen schaden und welcher Erziehungsweg gut zum
jeweiligen Kind passt und seine gesunde Entwicklung fördert. Im Gespräch mit den Besucher:innen nimmt sie
Bezug auf weitere Ratgeber ausgewählter humboldt Autor:innen, gibt Eltern wertvolle Tipps und steht für
Austausch und Fragen zur Verfügung.

 

Kölner Bücherfest: Lisa Engels

LISA ENGELS (Foto: Leonie Wiegelmann) hat Medienwissenschaft und English Studies studiert und lebt in Köln. Dort arbeitet sie als Lektorin und wurde 2017 und 2018 als Übersetzerin für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Über Geister und Gespenster schreibt sie zwar gerne, aber begegnen möchte sie lieber keinem …

Auf dem Kölner Bücherfest stellt sie das Kinderbuch Nelson Schreck- Gruselkunde für Anfänger aus dem Baumhaus Verlag vor:

Seine grauen Zellen kamen wieder in Schwung, und wie beim Griff in eine Steckdose durchzuckte ihn ein einziger Gedanke: Du hast die zweite Regel der Gruselbehörde gebrochen: Sprich niemals mit einem Menschen!
Nelson Schreck hält sich für das gruseligste Gespenst der Pumpkin High. Doch sein Widersacher Amadeus van Thom ist da ganz anderer Meinung und fordert Nelson zu einer Mutprobe heraus: Nelson soll beweisen, wie Furcht einflößend er ist, indem er mit einem der unsichtbaren Aufzüge der Gruselbehörde in die Menschenwelt fährt und dort einen echten Menschen erschreckt. Leider geht das gehörig schief! Denn Nelson wird von Lilly entdeckt, die ihn überhaupt nicht schaurig findet. Als sie ihm dann auch noch in die Geisterwelt folgt, ist das Chaos perfekt. Doch Lilly weiß genau, wo es langgeht, und so gibt sie Nelson und den anderen Geistern bald Nachhilfe in Gruselkunde!

 

2. Kölner Bücherfest: Eine Nachlese

 

In den geräumigen Hallen der Michael Horbach Stiftung fand am Sonntag, 22.08.2021 erfolgreich das 2. Kölner Bücherfest statt. Zehn feine Kölner Buchhandlungen waren mit ihren ausgewählten Sortimenten vertreten und zeigten eine Vielfalt an aktueller Literatur, Kinder- und Photobüchern sowie Comics. Mit den Verlagshäusern Eichborn und Böhlau waren auch Programmmacher direkt vor Ort. Die Buchkünstlerin Ursula Traschütz ergänzte die Veranstaltung um feine Objekte aus Papier und Ulla Egbringhoff vom Kölner KunstSalon stellte das Projekt „Literatur in den Häusern der Stadt“ vor. Auch die Ausstellung „Machwerke. Beispiele der Buchgestalt“ von Michael Schikowski brachte erhellende Momente bezüglich der Außendarstellung von Büchern.

Während in einer der luftigen Hallen die Bücher zu entdecken und zu kaufen waren, wurde in der anderen gelesen und anregend geplaudert. Vielfalt war auch im Lesungsprogramm die Devise, so lud Michael Markolwitz zu einer Entdeckungsreise durch Köln, Gerd Köster und Christoph Gottwald unterhielten auf amüsanteste Weise, gefolgt von Spannung mit dem Thriller-Autor und ehemaligen Lindenstrassen-Darsteller Christoph Wortberg. Die Fernseh- und Radiomoderatorin Christine Westermann las sich später kurzweilig durch die Tücken des Älterwerdens. Hansjörg Nessensohn beschrieb farbig die Geschichte eines Coming-Outs in „Mut.Machen.Liebe.“ Ein weiterer Höhepunkt waren die Philosophen Markus Gabriel und Gert Scobel, die sich „Zwischen Gut und Böse“ ins Gespräch über Moral und Ethik, Normen und Werte vertieften. Auch Ingeborg Gleichauf schilderte thematisch passend in ihrem Buch über Hannah Arendt und Karl Jaspers die fruchtbare Geschichte einer einzigartigen Freundschaft.

Die Veranstaltung setzte zum zweiten Mal Maßstäbe für die Vielfalt und das Engagement der kleineren Stadtteil-Buchhandlungen, der deutschen Verlagswelt sowie des Kölner Literaturlebens. Besucher, Buchhändler und Autoren zeigten sich einstimmig begeistert von der Veranstaltung, ist es doch auch in fortgeschrittener Corona-Zeit wieder gelungen, die analoge Erfahrung des Lesens und Gelesenwerdens für uns alle weiterhin erfahrbar zu machen – denn letztlich geht es doch um das zutiefst menschliche und gesellschaftlich relevante soziale Miteinander.

Herzlichen Dank an Stephanie Jancke für die ausführliche Berichterstattung!