Ich erwarte die Ankunft des Teufels

Die 19-jährige Mary MacLane wünscht sich Napoleon oder am besten gleich den Teufel als Liebhaber. Sie träumt von einer Revolution, während sie mit ihren Mitmenschen im provinziellen Montana genauso wenig anfangen kann wie mit ihren häuslichen Pflichten und der kargen Landschaft. Mary fühlt sich einsam auf der Suche nach sich selbst und dem guten Leben – und feiert trotzdem kraftvoll das eigene Ich.
MacLane war völlig unbekannt, als sie 1902 ihr erstes, im Tagebuchstil verfasstes Buch veröffentlichte. Es wurde zum Skandal und seine Autorin zum Star. Reporter aus den Metropolen pilgerten in ihre Heimatstadt, Cocktails und Sportmannschaften wurden nach ihr benannt. Ihr Name wurde zum Inbegriff für rebellische junge Frauen.
Auch über 100 Jahre später fasziniert es ungemein, wie virtuos und selbstverständlich Mary MacLane sämtliche Konventionen über den Haufen wirft, wie sie zwischen Größenwahn und Todessehnsucht, Resignation und Euphorie tänzelt.

 

Der Titel ist im Reclam Verlag erschienen:

Mary MacLane

Ich erwarte die Ankunft des Teufels

18,00 Euro

ISBN: 978-3-15-011256-4

 

Spiegel Online 17.05.2020

FAZ 27.04.2020

Deutschlandfunk Kultur 16.04.2020

Zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin

 

Wir feiern Hölderlin! Am 20. März 2020 jährt sich Friedrich Hölderlins Geburtstag zum 250. Mal.

Friedrich Hölderlin war das Kind einer gewaltigen Zeitenwende. Schon als 20-Jähriger setzte er auf das „Geschlecht der kommenden Jahrhunderte“, also auch auf uns, seine fernsten Nachgeborenen. Doch können wir ihn überhaupt noch verstehen: die hochkomplexe Sprache seiner Gedichte, Dramen und Aufsätze? Dies wird in Kurt Oesterles Buch Wir & Hölderlin“ aus dem Klöpfer, Narr Verlag ergründet.

Hölderlins Reise nach Bordeaux im Winter 1801/1802 stellt bis heute ein großes Rätsel dar. Sicher ist nur: Sie wurde zum entscheidenden Wendepunkt im Leben und Schreiben des Dichters. Thomas Knubben ist buchstäblich Hölderlins Winterreise nach Bordeaux im Jahr 1801 nachgegangen – zu Fuß, nachzulesen in „Hölderlin. Eine Winterreise“. Diese Wanderung kann man momentan als SWR-Hörspiel nacherleben – und damit auch Hölderlin selbst näher kommen.

Hegel, Hölderlin, Schelling – diese drei teilten sich vom Herbst 1790 bis in den Sommer 1793 ein Zimmer im Tübinger Stift, eine Art Philosophen- und Theologen-WG. Dem Aufstieg, dem Abstieg, dem Scheitern dieser besonderen Männerfreundschaft nähert sich Erich Witschke mit großer Einfühlsamkeit und großem Wissen in seinem Buch „Hegel, Hölderlin, Schelling“.

Alle Titel sind im Klöpfer, Narr Verlag erschienen!

Birgisson: Quell des Lebens

Eine bewegende Liebesgeschichte und zugleich eine leidenschaftliche Warnung vor Umweltzerstörung und kolonialem Hochmut.

An der nördlichsten Küste Islands entspringt eine Quelle, die Überlieferungen zufolge über geheimnisvolle Heilkräfte verfügt. Als ein heftiger Vulkanausbruch Island – damals eine dänische Kolonie – im 18. Jh. verwüstet, wird im fernen Kopenhagen die Zwangsdeportation der Bevölkerung geplant. Der junge Wissenschafter Magnús Egede wird auf die Insel geschickt, um die Umsetzung dieses Plans zu betreiben – stattdessen jedoch verfällt er der Faszination der rauen Landschaft, ihrer Archaik und der Schönheit von Sesselja, einem stummen Mädchen aus den Westfjorden. Als Magnús von einem Eisbären schwer verletzt wird, ist es das Wasser aus dem Quell des Lebens am Rande der bewohnbaren Welt, mit dem Sesselja ihn heilt – nur um ihn wieder zu verlieren.

 

Der Titel ist im Residenz Verlag erschienen:

Bergsveinn Birgisson

Quell des Lebens

24,00 Euro

ISBN: 978-3-7017-1718-7

 

Deutschlandfunk 27.02.2020