Nida-Rümelin: Die gefährdete Rationalität der Demokratie

In den Debatten um den Populismus dominiert die Sorge um die Verrohung des Tons und die Verschiebung der Grenzen des Sagbaren. Übersehen werden dabei die Gefahren durch die schleichende Aushöhlung der demokratischen Institutionen. Julian Nida-Rümelin analysiert die Lage und bietet Orientierung für eine gefestigte politische Praxis.

Die Demokratien westlicher Prägung definieren sich durch Rechtsstaatlichkeit, unveräußerliche Grundrechte, institutionelle Stabilität und Gewaltenteilung. Sie stützen sich auf gewählte Volksvertreter und auf die vernunftgeleitete Teilhabe des Volkes. So weit die Theorie – und auch die Praxis. Doch immer mehr Menschen in Deutschland und Europa zweifeln an diesen Grundlagen. Befeuert wird das nicht nur vom medialen Diskurs, sondern auch von der Politik selbst, bis hinein in die Regierungsparteien, bedenkt man etwa die parlamentarischen Ränkespiele eines Boris Johnson oder Donald Trump.

Julian Nida-Rümelin analysiert in seinem Buch, was Demokratie leisten kann, und identifiziert konzeptionelle Defizite, die sich in der aktuellen Krise zu einer Bedrohung auswachsen. Der Philosoph und politische Intellektuelle ist überzeugt: Die Klärung eines angemessenen (Selbst-)Verständnisses von Demokratie stärkt diese nach wie vor unübertroffene Regierungsform.

 

Der Titel ist in der Edition Körber erschienen:

Julian Nida-Rümelin

Die gefährdete Rationalität der Demokratie

Ein politischer Traktat

22,00 Euro

ISBN: 978-3-89684-278-7

 

Leseprobe

ttt- titel thesen temperamente 22.03.2020

Deutschlandfunk 22.03.2020

SWR 09.03.2020

 

Zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin

 

Wir feiern Hölderlin! Am 20. März 2020 jährt sich Friedrich Hölderlins Geburtstag zum 250. Mal.

Friedrich Hölderlin war das Kind einer gewaltigen Zeitenwende. Schon als 20-Jähriger setzte er auf das „Geschlecht der kommenden Jahrhunderte“, also auch auf uns, seine fernsten Nachgeborenen. Doch können wir ihn überhaupt noch verstehen: die hochkomplexe Sprache seiner Gedichte, Dramen und Aufsätze? Dies wird in Kurt Oesterles Buch Wir & Hölderlin“ aus dem Klöpfer, Narr Verlag ergründet.

Hölderlins Reise nach Bordeaux im Winter 1801/1802 stellt bis heute ein großes Rätsel dar. Sicher ist nur: Sie wurde zum entscheidenden Wendepunkt im Leben und Schreiben des Dichters. Thomas Knubben ist buchstäblich Hölderlins Winterreise nach Bordeaux im Jahr 1801 nachgegangen – zu Fuß, nachzulesen in „Hölderlin. Eine Winterreise“. Diese Wanderung kann man momentan als SWR-Hörspiel nacherleben – und damit auch Hölderlin selbst näher kommen.

Hegel, Hölderlin, Schelling – diese drei teilten sich vom Herbst 1790 bis in den Sommer 1793 ein Zimmer im Tübinger Stift, eine Art Philosophen- und Theologen-WG. Dem Aufstieg, dem Abstieg, dem Scheitern dieser besonderen Männerfreundschaft nähert sich Erich Witschke mit großer Einfühlsamkeit und großem Wissen in seinem Buch „Hegel, Hölderlin, Schelling“.

Alle Titel sind im Klöpfer, Narr Verlag erschienen!